NEIN zu Kürzungen in der Kultur!

Die geplanten Kürzungen im Kulturbereich sind kulturpolitisch falsch und
haben zugleich gravierende soziale Folgen für die Stadtgesellschaft. Besonders
betroffen ist die Freie Kultur, die einen großen Teil der niedrigschwelligen
Kultur- und Bildungsangebote in Potsdam trägt. Wer hier spart, zusammen mit
den zusätzlichen Kürzungen im sozialen Bereich, beschneidet kulturelle
Teilhabe, Integration und Bildung – und fördert deren Abhängigkeit vom
ökonomischen Status.

Es geht dabei nicht nur um einzelne Projekte, sondern um die Strukturen und
Orte, die kulturelle Arbeit überhaupt erst ermöglichen. Ein vergleichsweise
geringes Einsparvolumen würde großen gesellschaftlichen Schaden
verursachen.

Auch Kürzungen in der Schiffbauergasse würden unmittelbar zu weniger
kulturellen Angeboten führen. Formate wie WhatsArt, die Schirrhofnächte oder
Soundgarten stehen auf dem Spiel, da sie aus dem Marketingbudget der
Schiffbauergasse finanziert werden, das nun reduziert werden soll.

Kultur ist zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Potsdam. Wer hier spart,
sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen. Gewerbe, Tourismus und die
Stadtbevölkerung profitieren unmittelbar von der kulturellen Vielfalt und der
besonderen Ausstrahlung der Stadt. Magdeburg, Schwerin oder Erfurt betonten
auf dem Tourismustag 2025 die besondere Stellung der Stadt Potsdam im
Kulturbereich.

Hinzu kommt: Die Kürzungen treffen eine ohnehin prekär arbeitende Szene.
Aufgrund stark gestiegener Betriebs- und Sachkosten bedeutet bereits eine
stagnierende Förderung eine faktische Kürzung. Gleichzeitig hat die SVV eine
Angleichung der Einkommen bei den freien Kulturträgern beschlossen, stellt
aber die dafür notwendigen Mittel nicht bereit.

Die Folgen wären absehbar: weniger kulturelle Vielfalt und geringere
Strahlkraft der Stadt, steigende Ticket- und Teilnahmegebühren sowie sinkende
Besucherzahlen. Besonders betroffen wären Kinder, Jugendliche, Rentnerinnen
und Rentner sowie Menschen mit geringem Einkommen. Am Ende drohen
geringere Einnahmen für Gewerbe, Tourismus und die Stadt selbst – eine
Sparspirale nach unten.